Mittwoch, 7. Dezember 2011

Exclusivo Austria!

Nein das erste Bild ist nicht das "Hong Kong Package" ;-) Auch wenn die meisten wohl auf ein Update dazu warten hat dieser Beitrag für mich gerade eine höhere Priorität. Allerdings verspreche ich ein baldiges Update zu der "What's in the Hong Kong Package" Serie - u.a. mit der Info wer der Absender war.

So nun zum eigentlichen Thema von diesem Beitrag. Der 5.12.2011 wird als ein historischer Tag in die Geschichte der österreichischen Zigarrencommunity eingehen. An/Ab diesem Tag gab es offiziell die erste regionale Edition kubanischer Zigarren für Österreich zu erwerben. Die meisten Aficionados, speziell aus Ländern wo es seit Jahren regionale Editionen gibt, empfinden meine Euphorie vermutlich etwas übertrieben. Klar die Zigarre selbst ist auf den ersten Blick nicht die aufregenste regionale Zigarre im weltweiten Gesamtprogramm aber angesichts der Rahmenbedingungen in Österreich ist es trotzdem eine kleine "Revolution".

Der primäre Grund ist die gesetzliche Ausgangssituation in Österreich welche auch das Tabakmonopol beinhaltet. Das hat zur Folge, dass sich der Markt punkto kubanischer Zigarren nicht so entfaltet wie er es zB in unseren Nachbarländern Deutschland, Schweiz und Italien tut. Die Preise sind im Vergleich teilweise unverschämt höher, kaum nennenswerte Raritäten (Jars, Sonderhumidore, Reserva/Gran Reserva Linien etc.) kommen auf den Markt und Regeln die das Leben als Zigarrenhändler mehr als schwer machen. Ein Versuch eine La Casa del Habano zu betreiben ist unter diesen Rahmenbedingungen gescheitert. Soweit ich noch weiss mussten u.a. dort die Zigarren sogar noch teurer als in unseren Trafiken (diese müssen Zigarretten etc. auch verkaufen - Zigarrenverkauf alleine in Österreich gar nicht möglich und eine Trafik bekommt auch nicht jeder!) verkauft werden da sich das Geschäftsmodell aufgrund fehlender Besonderheiten nur mit dem Ausschank von Getränken rechnen würde. Die Preise führen zwangsläufig dazu das viele österreichische Zigarrenraucher den überwiegenden Teil ihrer Zigarren im benachbarten Ausland einkaufen. Die Situation ist zB für die Excalibur City (attraktive Travel Free Preise und Spezialitäten), welche in Fahrdistanz für Ostösterreicher ist, ein Segen. Das führt leider auf der anderen Seite dazu das natürlich der Absatz in Österreich ebenfalls nicht dem wahren Konsumverhalten österreichischer Aficionados entspricht und dementsprechend der Anteil am Gesamtmarkt nicht stimmt. Ein anderes Beispiel. Habt ihr euch noch nie gewundert warum ich keine Links zu Zigarrenhändlern aus Österreich auf dem Blog habe? Es liegt nicht daran das es in unserem Land keine guten/leidenschaftlichen Händler gäbe sondern daran das zB das Betreiben einer Internetseite bzw. jegliche Art von Werbung untersagt ist. Offiziell dürfen Händler nicht einmal Zigarrenevents unterstützen. Von solchen unverständlichen Regelungen gibt es noch einige mehr. Insofern ist es eben doch etwas besonderes für uns Österreicher eine eigene regionale Havanna Zigarre zu bekommen.

Als besonders leidenschaftlicher Zigarrenhändler in Österreich darf Ercan Hazar mit dem Cigarstore (natürlich u.a. auch eine Trafik wie es sein muss) genannt werden. Als solcher hatte er auch als vermutlich erster Händler die regionale Edition zum Verkauf bereit. Unabhängig vom Launch und voneinander hatten Andi (Sauti) und ich für diese Woche Urlaub geplant. Also beschlossen wir gemeinsam und spontan  gleich am Montag Vormittag (5.12.) zum Cigarstore zu fahren. Nach dem herzlichen Empfang zeigte man uns gleich die ersten ausgepackten Kisten der Juan Lopez Ideales im Walk in Humidor und wir durften uns die Kistennummern aus dem vorhandenen Bestand aussuchen. Das Kistentetris hat mir soviel Spass gemacht das ich auch gleich weiteren Kunden  bei der Suche geholfen habe. Insgesamt waren wir gute 2 Stunden im Cigarstore und genossen den exzellenten Service und die Leidenschaft der Familie Hazar (zur Tochter siehe auch meinen Bericht zum Portmann Abend aus dem August 2010). Dazu gehörte eine speziell von Ercan für mich im Vorfeld konditionierte Juan Lopes Ideales welche ich in der Runde einiger ebenfalls ER rauchender Zigarrenliebhaber geniessen durfte. Im direkten Vergleich mit Andis Exemplar hat sich der Unterschied ziemlich deutlich bemerkbar gemacht. Ein schönes Livebeispiel dafür welche Bedeutung das Thema Lagerung für Zigarren hat und das diese natürlich speziell bei der Reifelagerung noch gewichtiger wird. Danke lieber Ercan für den exzellenten Service. Die Leidenschaft ist auch bei deiner Tochter stark spürbar und deine Frau rundet das Bild ab. Ihr dürft nicht werben aber ich darf empfehlen und der Cigarstore ist eine klare Empfehlung! Übrigens sind neben den Juan Lopez Ideales auch Aged Cigars in der Einkaufstüte gelandet - dazu mehr in einem anderen Post. Abschließend fällt mir natürlich noch ein das Österreich 10 Jahre lang (1988-1998) mit Siboney sogar eine eigene Marke für primär kubanische Zigarillos aber auch kubanische Zigarren hatte. Leider hat Austria Tabak damals nicht die Zeichen der Zeit (Zigarrenboom Ende der 1990er) erkannt und auch nicht gerade Weitblick bewiesen bei der Auflösung der Lizenzvereinbarung. Man stelle sich eine solche "Sonderstellung" im heutigen weltweiten Markt mit kubanischen Zigarren vor...

Eines von 2 weiteren Master Cases welches vor uns geöffnet wurde. Die nächsten 3 Fotos wurden mit einem Smartphone gemacht. Daher keine so gute Qualität aber den Moment hält es fest.

 Nachdem ich die ersten Zigarrenkisten Stapel mit der Suche schon etwas verschoben hatte...
 Zum gerauchten Exemplar. Natürlich lässt sich auf Basis einer verkosteten Zigarre alleine kein solides Urteil bilden aber ev. ein Indikator ableiten. Das gute an kürzeren Zigarren ist, dass diese gleich mit Aroma etc. durchstarten. In dem Fall sehr angenehm und nicht ganz so ungestüm wie bei jungen Zigarren üblich. Allerdings war sie ohne Zweifel (speziell für meinen Geschmack) noch um einige Jahre zu jung bzw glaube ich auch das sie etwas verschlossen war und ev. sogar am Anfang der Sick Periode. Trotzdem schon jetzt eine gute Zigarre mit Reifepotential.
 Danke für die gute Entscheidung kleine Cabinetkisten als Verpackung zu nehmen!
 50 und 51 waren die niedrigsten vorhandenen Nummern und 78 steht für mein Geburtsjahr. Wer die Nr. 1 zurecht hat weiss ich auch ;) Offen bleibt daher nur wer die restlichen Kisten vom angebrochenen Mastercase (je 50 Kisten in dem Fall) hat - d.h. die Nrn. 2-49. Sollten diese irgendwo auftauchen würde ich mich aus Interesse über einen Kommentar freuen.
 Lange Reise von der Produktion in meinen Bestand.

Kommentare:

aylesbury hat gesagt…

Meinen Glückwunsch zu dieser "eigenen ER". Hoffentlich ist das erst der Anfang!!!

Schöne Grüße

Mark

Montehiba hat gesagt…

Danke dir! Hoffe ich auch.

LG Robert